Die Kunst der Übertreibung kann nach Aussage von Thomas Bernhards, des Meisters dieser Kunst, auch die Form der Untertreibung annehmen. Im Sinne einer solchen Untertreibung muß die Publikation von “Meine Preise” als Sensation gelten.
Knapp, lakonisch, auf die gesamte Welt schimpfend und über sich selbst den Kopf schüttelnd, gibt Thomas Bernhard ein Selbstporträt des Schriftstellers als Preisempfänger. Sein Bericht setzt da ein, wo die fünf autobiographischen Erzählungen enden: bei seiner frühesten Anerkennung 1963 – uns sie schließen mit seinem Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Ende 1979. In dieser Erstpublikation eines von Bernhard für den Druck vorgesehenen, abgeschlossenen Manuskripts erfährt der Bernhard-Kenner Unbekanntes über Schreiben und Leben des Autors, den Bernhard-Liebhaber erwartet eine fulminale Prosakomödie auf dem höchsten Stand der Bernhardschen Kunst.
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