Alfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet; sie haben drei halbwegs erwachsene Kinder und schleppen einen ganzen Sack vermischter Vergangenheit mit sich herum. Bereits als Kind mußte Sally sich fragen: Wer bin ich? Warum habe ich keinen Vater? Ist meine Mutter wirklich nicht ganz richtig im Kopf? Warum lebt sie in London und ich in Wien? 1977 bekommt sie einen Job am Kulturinstitut in Kairo und bringt von dort auch gleich den Ehemann mit: Alfred. Seither geht das Leben seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Doch als Einbrecher ihr Wiener Vorstadthaus heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Aber reicht es tatsächlich, einfach nur den Mann zu wechseln? Und Alfred, der die Liebe seines Lebens nicht kampflos ziehen lassen will, stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was ist denn dieses Leben, das wir beide geführt haben? Und was weiß ich überhaupt von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren?
Liebe und Verrat – Arno Geiger erzählt noch einmal die Geschichte, die schon unendlich oft erzählt worden ist, aber er erzählt sie neu für unserer Zeit, in der die alten Regeln der Gesellschaft längst auf dem Kopf stehen. Ein umwerfender Roman über den Ehebruch und das Abenteuer Treue in der Zeit der Lebensabschnittspartnerschaften.
