Hans-Georg Behr, Fast ein Nomade

Fast ein Nomade

Künstler will er werden, nichts anderes. Deshalb reißt der Erzähler am Tag seines 14. Geburtstags aus der verhassten Klosterschule aus, trampt nach Wien und wird stente pede an der Akademie der bildenen Künste vorstellig.

Teils Autobiographie, teils Schelmenroman, ein wunderbares Stück Prosa: Hans-Georg Behr über Irrungen und Wirrungen, Hermann Hesse und Bert Brecht, orientalische Ausflüge und was das alte Österreich mit den Beatles zu tun hat.

Philip Roth, Empörung

Empörung

Wie wollen wir leben? Wollen wir die Tradition unserer Eltern fortsetzen – oder müssen wir unser Leben selbst in die Hand nehmen?

1951, im zweiten Jahr des Koreakriegs, beginnt Marcus Messner aus Newark, New Jersey, sein erstes Semester am idyllischen, konservativen College von Winesburg in Ohio. Warum ausgerechnet hier? Weil sein Vater, ein arbeitsamer, aufrechter Metzger im jüdischen Viertel von Newark, allem Anschein nach verrückt geworden ist – verrückt vor Angst vor den Gefahren des Erwachsenenlebens, den Gefahren der Welt, den Gefahren, die er in jeder Ecke auf seinen heißgeliebten Sohn lauern sieht. Kaum ist Marcus im College, kommt es nicht nur zu einem ersten, ihn völlig verstörenden Erlebnis mit einem fragilen jungen Mädchen, sondern er begegnet auch des Diskriminierung in einer Form, die ihn um so mehr empört, als sie sich nicht deutlich zu erkennen gibt. Wider seinen Willen wird er zum Rebellen, und da er sich im Recht weiß, bleibt er hartnäckig bis zum bitteren Ende.

Eine Geschichte die von Unerfahrenheit, von Torheit, intellektuellem Widerstand, sexuellen Entdeckungen, Mut und Irrtum handelt.

Thomas Bernhard, Meine Preise

Meine Preise

Die Kunst der Übertreibung kann nach Aussage von Thomas Bernhards, des Meisters dieser Kunst, auch die Form der Untertreibung annehmen. Im Sinne einer solchen Untertreibung muß die Publikation von “Meine Preise” als Sensation gelten.

Knapp, lakonisch, auf die gesamte Welt schimpfend und über sich selbst den Kopf schüttelnd, gibt Thomas Bernhard ein Selbstporträt des Schriftstellers als Preisempfänger. Sein Bericht setzt da ein, wo die fünf autobiographischen Erzählungen enden: bei seiner frühesten Anerkennung 1963 – uns sie schließen mit seinem Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Ende 1979. In dieser Erstpublikation eines von Bernhard für den Druck vorgesehenen, abgeschlossenen Manuskripts erfährt der Bernhard-Kenner Unbekanntes über Schreiben und Leben des Autors, den Bernhard-Liebhaber erwartet eine fulminale Prosakomödie auf dem höchsten Stand der Bernhardschen Kunst.

Juli Zeh, Corpus Delicti

Corpus Delicti

Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor dem Schwurgericht verantworten muß. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Mia Holl will beweisen, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer angeblichen Vergewaltigung, unschuldig ist. Sie gerät also in Stellung gegen das System, hier “Methode” genannt, auch aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben nahm.

Juli Zeh entwirft das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert. Gesundheit ist zur höchsten Bügerpflicht geworden. Die “Methode” verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten.

Ein ungeheuer spannendes Buch über unsere Zukunft.

Umberto Eco, Die Kunst des Bücherliebens

Die Kunst des Bücherliebens

“Das Büchersammeln, auch im kleinen Maßstab, auch nur im >Modernen Antiquariat< ist häufig ein Akt der pietas im Sinne der ökologischen Fürsorge, denn wir haben nicht nur die Wale, die Mönchsrobben und die Bären in den Abruzzen zu retten, sondern auch die Bücher”, so schreibt Umberto Eco. Die Kunst des Bücherliebens ist ein gelehrtes, vergnügliches und verdrehtes Buch für alle, die Ecos Leidenschaft teilen – für diejenigen also, für die ein Buch nicht ein x-beliebiger Gegenstand unter vielen ist.