Amélie Nothomb, Der japanische Verlobte

Der japanische Verlobte

Amélies erster Privatschüler heißt Rinri, kommt aus einer reichen Tokioter Familie und weiht die Belgierin wie erhofft in die Sitten und Gebräuche seines Landes ein. Japanisch spricht er dabei allerdings nicht, vielmehr ein Französisch, das Amélie wie schlechtes Chinesisch vorkommt. Er ist jedoch hoch motiviert, insbesondere, da ihm die Lehrerin gefällt. Zwei Jahre verbringt Amélie in Tokio. Zwei intensive und literarisch ergiebige Jahre. Einerseits war es die Hölle – in “Mit Staunen und Zittern” berichtet die Autorin von ihrer Abwärtskarriere bei Yumimoto. Mit dem japanischen Verlobten jedoch erlebt Amélie Stunden von paradiesischer Heiterkeit – das ist die andere Seite des Lands der aufgehenden Sonne, das ist das Japan, das sie liebt.

Brilliant und ein wenig melancholisch – der intimste Roman dieser definitiv außergewöhnlichen Schriftstellerin.

Arno Geiger, Alles über Sally

Alles über SallyAlfred und Sally sind schon reichlich lange verheiratet; sie haben drei halbwegs erwachsene Kinder und schleppen einen ganzen Sack vermischter Vergangenheit mit sich herum. Bereits als Kind mußte Sally sich fragen: Wer bin ich? Warum habe ich keinen Vater? Ist meine Mutter wirklich nicht ganz richtig im Kopf? Warum lebt sie in London und ich in Wien? 1977 bekommt sie einen Job am Kulturinstitut in Kairo und bringt von dort auch gleich den Ehemann mit: Alfred. Seither geht das Leben seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Doch als Einbrecher ihr Wiener Vorstadthaus heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Aber reicht es tatsächlich, einfach nur den Mann zu wechseln? Und Alfred, der die Liebe seines Lebens nicht kampflos ziehen lassen will, stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was ist denn dieses Leben, das wir beide geführt haben? Und was weiß ich überhaupt von dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren?

Liebe und Verrat – Arno Geiger erzählt noch einmal die Geschichte, die schon unendlich oft erzählt worden ist, aber er erzählt sie neu für unserer Zeit, in der die alten Regeln der Gesellschaft längst auf dem Kopf stehen. Ein umwerfender Roman über den Ehebruch und das Abenteuer Treue in der Zeit der Lebensabschnittspartnerschaften.

Paulus Hochgatterer, Das Matratzenhaus

Das Matratzenhaus Es ist Frühling am See. In den Gastgärten werden die Sonnenschirme aufgestellt. Psychiater Raffael Horn verteilt Rindenmulch unter den Rosen und macht sich Sorgen um die Treue seiner Ehefrau; Kriminalkommissar Ludwig Kovacs fährt zum Angeln und denkt über den bevorstehenden Besuch seiner Tochter nach. Doch plötzlich tauchen dunkle Wolken auf, mitten in diesem Frühling. Ein junger Mann stürzt von einem Gerüst in den Tod. Ein misshandeltes Kind wird zur Polizei gebracht, wo sich schnell herausstellt, dass es hier nicht um einen einzelnen Fall geht. Horn und Kovacs versuchen fieberhaft, den Täter zu finden, bevor die Sache noch weiter eskaliert – einen Täter, von dem es nur eine sehr vage Beschreibung gibt.

Paulus Hochgatterer ist, wie er erneut eindrucksvoll beweist, einer der stärksten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart.

Anna Gavalda, Ein geschenkter Tag

Ein geschenkter Tag Sie sind unterwegs zu einer Hochzeit im Verwandtenkreis: Simon, seine Schwester Garance und seine Frau Carine. Die lebenslustige, schlagfertige Garance und ihre Schwägerin, die sich sogar vor den Mikroben im Salat fürchtet, sind wie Feuer und Wasser, und als auch noch Lola zusteigt, die andere Schwester und frisch geschieden, fliegen die Worte wie Pfeile im Auto hin und her. Simon am Steuer bewahrt die Ruhe, bis er bei der Ankunft erfährt, dass sein Bruder Vincent nicht gekommen ist, und jede Lust auf die gediegene Familienfeier verliert. Während die übrigen Gäste in der Kirche sind, beschließen die drei Geschwister, sich heimlich aus dem Staub zu machen und Vincent zu besuchen, der auf einem Schloss in der Touraine lebt. Ein Blitzbesuch voller Überraschungen…

Erika Pluhar, Spätes Tagebuch

Spätes TagebuchPaulina Neblo kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Als Choreografin gründete sie eine erfolgreiche Tanz-Company, hatte zahlreiche Affären, eine Tochter, die sie über alles liebte, und endlich, als bereits reife Frau, eine erfüllte Ehe. Doch nach einer Reihe von Schicksalsschlägen und Verlusten zieht Paulina sich aus dem aktiven Leben zurück. Aber ihr Umfeld lässt diese selbstgewählte Eisamkeit nicht zu. Paulina erkennt, dass sie sich dem Leben nicht verschließen kann…

Erika Pluhar schreibt auf ebenso sensible wie schonungslose Weise über das Alter, Sehnsüchte und Ängste. Poetisch, lebensnah und intensiv.